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"Am Rande ist mittendrin"

Chancen und Herausforderungen in transnationalen Wirtschaftsräumen

28. und 29. Oktober, IHK Flensburg, Flensburg


Wirtschaftsraum statt Grenzregion


„Am Rande ist mittendrin“ – unter diesem Titel fand am Donnerstag, 29. Oktober, eine Wirt-schaftskonferenz in der IHK Flensburg statt.

„Der Titel der Veranstaltung soll signalisieren, dass wir heute nicht nur über regionale Herausforderungen, sondern vor allem auch über Chancen sprechen – Chancen, die aus der geografischen Nähe zum Nachbarland resultieren“, sagte IHK-Präsident Uwe Möser in seiner Eröffnungsrede. Dies äußere sich beispielsweise darin, dass man gemeinsam auf die jeweiligen nationalen Regierungen Einfluss nehmen könne, um Barrieren abzubauen oder um den Austausch über die Grenze hinweg zu erleichtern. „Aus wirtschaftlicher Sicht ist dies auch notwendig. Der Abbau von Handelshemmnissen oder die Freizügigkeit der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer auf europäischer Ebene sind nur dann für Unternehmen und die Bevölkerung von Nutzen, wenn sie vor Ort auch umgesetzt und unterstützt werden“, so Möser weiter.

Neben der kommunalen Zusammenarbeit standen der grenzüberschreitende Tourismus und der transnationale Arbeitsmarkt auf der Tagesordnung der Wirtschaftskonferenz. „Ein grenzüberschreitender Arbeitsmarkt hat sich bei uns in kleinen Schritten gebildet. In den letzten Jahren fanden viele Deutsche einen Arbeitsplatz in Dänemark. Schätzungen zufolge waren dies zuletzt an die 12.000 Menschen – eine Entwicklung, die noch vor 10 Jahren undenkbar erschien“, so IHK Präsident Möser. Viele Unternehmen seien zudem auf beiden Seiten der Grenze tätig. Allein in den letzten Jahren habe die IHK Flensburg rund 200 neue Mitgliedsunternehmen dänischen Ursprungs begrüßen dürfen. Fazit: „Wir sprechen heute von einem aussichtsreichen deutsch-dänischen Wirtschaftsraum und weniger von einer „Grenzregion“.

Das Deutsch-Dänische Regionalmanagement der IHK hat die Chancen und Herausforderungen einer grenzüberschreitenden Zusammenarbeit in den Mittelpunkt des Symposiums gestellt. Dafür wurden Referenten aus anderen Grenzregionen gewonnen, die den rund 70 Teilnehmerinnen und Teilnehmern Einblicke in die dortige grenzüberschreitende Zusammenarbeit gaben. So berichtete der Geschäftsführer der Region Basiliensis, Eric Jakob, über die Kooperation im Freiländereck am Oberrhein, die Geschäftsführerin des EIC Trier, Silke Brüggebors, stellte den grenzüberschreitenden Arbeitsmarkt in der Grende Région Saar-Lor-Lux vor und Burkhard Preißler aus dem Landkreis Uecker-Randow zeichnete die Ent-wicklung von Tourismuskompetenzzentren in europäischen Grenzregionen nach. Die Themen Arbeitsmarkt, kommunale Zusammenarbeit und Tourismus wurden in den anschließenden Workshops vertieft, in denen jeweils Impulsreferate für Diskussionsstoff sorgten.

Kerstin Ehlers aus dem Ministerium für Justiz, Arbeit und Europa des Landes Schleswig-Holstein deckte in ihrem Impulsreferat den Bereich „Grenzüberschreitende Arbeitsmärkte“ ab. Probleme seien hier beispielsweise in den unterschiedlichen Sozialversicherungssystemen zu sehen. Auch das Steuerrecht beider Länder und die fehlende Anerkennung von Berufsabschlüssen seien Probleme, die auf einem grenzüberschreitenden Arbeitsmarkt auftreten können. Einrichtungen wie das Deutsch-Dänische Regionalmanagement oder das Infocenter Grenze im Regionskontor der Region Sonderylland-Schleswig helfen bei der Lösung dieser Probleme und setzen eine grenzüberschreitende Entwicklungsstrategie in die Tat um.

Für ein Impulsreferat über die regionale und kommunale Zusammenarbeit war Uwe Hempelmann vom Regierungspräsidium Karlsruhe nach Flensburg gekommen, um die Metropolregion Oberrhein vorzustellen. Diese deutsch-französisch-schweizerische Kooperationsregion diente ihm als Ausgangspunkt für neuere Modelle der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit, in der Wirtschaft, Wissenschaft, Politik sowie weitere gesellschaftliche Akteure in die Kooperation einbezogen werden und diese mitgestalten können.

Den grenzüberschreitenden Tourismus im deutsch-dänischen Wirtschaftsraum behandelte Michael Hansen, Tourismus-Chef der Kommune Aabenraa. Durch das Projekt „Ganzjahreserlebnis-Region“, das von der Europäischen Union gefördert wird, soll die Attraktion von Gästen in der Nebensaison gestärkt und der Wert des maritimen Potentials gestärkt werden.

Das Fazit der Veranstaltung zog der langjährige Kenner grenzüberschreitender Zusammen-arbeit in Europa, Jens Gabbe, der nunmehr Ehrenvorsitzender der Arbeitsgemeinschaft europäischer Grenzregionen ist. Er machte darauf aufmerksam, dass sich die grenzüberschreitende Zusammenarbeit in Europa über viele Jahrzehnte hinweg gut entwickelt habe – aber eben auch eine Daueraufgabe für die Regionen bleibe.

Die Präsentationen der Referenten...

Eric_Jakob.pdf 4.96 MB
Silke_Brüggebors.pdf 753.04 KB
Burkhard_Preißler.pdf 1.42 MB
Kerstin_Ehlers.pdf 369.85 KB
Uwe_Hempelmann.pdf 904.61 KB
Michael_Hansen.pdf 958.99 KB

Protokolle der Workshops...

Die Protokolle der Workshops werden sobald wie möglich nachgereicht.

Zu den Presseartikeln...

Presseartikel

Teilnehmerliste

Teilnehmerliste.pdf 56.98 KB

Bilder...

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